Landesverkehrswacht Berlin

Sicherheit - Vorsicht - Rücksicht !

Die Radfahrausbildung in der 4. Klassenstufe

Die Radfahrausbildung gehört in Berlin zum Pflichtprogramm in der Grundschule, die mit einer Prüfung in der 4. Klassenstufe abschließt. Während die schulische Radfahrausbildung vornehmlich dem Erlernen und Anwenden des regelgerechten Verhaltens als Radfahrende/r dienen soll, sollten die Schülerinnen und Schüler das sichere Beherrschen des Fahrrads bereits davor erlernen, bevorzugt im häuslichen Umfeld. Da es jedoch jedoch immer mehr Haushalte gibt, in denen kein Fahrrad vorhanden ist, fühlen sich auch Schulen und Horte zunehmend gefordert, die motorosche Technik des Radfahrens überhaupt erst einmal zu vermitteln.

Entwicklungsbedingte Voraussetzungen

Radfahren lernen Kinder aber nicht von heute auf morgen. Es ist ein mehrjähriger Prozess, in dessen Verlauf die Kinder entsprechend ihres körperlichen und geistigen Entwicklungsstandes das Fahrradfahren erlernen. Vierjährige sind war bereits in der Lage mit einem Kinderfahrrad zu fahren. Fahren in geschützter Umgebung oder bei einem Ausflug mit den Eltern ist aber nicht vergleichbar mit dem "Allein im Straßenverkehr unterwegs sein". Vorschulkinder haben noch nicht die Voraussetzungen um komplexe Situationen im Straßenverkehr erkennen zu können und sich entsprechend umsichtig zu verhalten. Erst mit etwa zehn Jahren ist das Gesichtsfeld voll ausgeprägt und der Hörsinn ausgebildet. Erst dann bekommen Kinder koordinativ alle Aufgaben hin, die sie beim Radfahren bewältigen müssen.

Vorbereitung für die Radfahrausbildung

Einjährige fahren meistens begeistert mit einem Rutschauto, zweijährige Kinder können auf einem Laufrad ideal ihre Motorik und ihren Gleichgewichtssinn trainieren. Auch das Rollerfahren ist eine gute Vorbereitung für das Fahrradfahren. Es trainiert vor allem das Gleichgewicht und jüngere Kinder können damit gut ihre Geschwindigkeit kontrollieren. Die damit gewonnene Bewegungssicherheit ist eine wichtige Voraussetzung für die spätere Verkehrsteilnahme.

Nicht überall in Berlin gibt es geeignete Straßen und Wege, auf denen Kita- und Vorschulkinder sicher mit Laufrädern, Rollern oder Kinderfahrrädern sicher das Fahren üben können. Deshalb bieten viele Jugendverkehrsschulen Kurse bzw. separate Trainingszeiten für jüngere Kinder an, vor allem in den Schulferien.

Die Radfahrausbildung in der Grundschule

In der Grundschule beginnt im dritten Schuljahr die Radfahrausbildung, die im vierten Schuljahr mit der Radfahrprüfung gemäß Grundschulverordnung fortgesetzt wird.

In der Radfahrausbildung werden die wesentlichen Grundlagen zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr geübt. Sie umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Neben dem Vermitteln von Verkehrsregeln im 4. Schuljahr ist das Ziel der Verkehrserziehung, dass die Kinder die Risiken der eigenen Mobilität einzuschätzen lernen.

Fahrradfahren sollten und können die Kinder bereits im dritten Schuljahr in den Jugendverkehrsschulen erlernen und üben. Geeignete Fahrräder und Helme sind dort vorhanden. Um für die Fortsetzung der Radfahrausbildung im vierten Schuljahr gut vorbereitet zu sein, sollten die Kinder im dritten Schuljahr bereits folgende praktische Grundlagen erlernen:
-    Sicheres Fahrradfahren
-    Schulterblick
-    Handzeichen

Verantwortlich für den Inhalt und den Umfang der Radfahrausbildung ist die Schule, die Abschlussprüfung wird durch die Lehrkräfte abgenommen. Die Verkehrssicherheitsberaterinnen und -berater der Polizei Berlin unterstützen und beraten die Lehrkräfte auf deren Antrag sowohl bei den praktischen Übungen in den Jugendverkehrsschulen als auch bei der Prüfung. Der theoretische Verkehrserziehungsunterricht findet in der Regel im Rahmen des Sachkundeunterrichts statt. Dazu bietet u.a. das Verkehrswacht Medien Service umfangreiches Material an.

Ausbildungsschwerpunkte

Verhalten auf Fahrbahn und Radweg

Unterscheiden der Verkehrsflächen; Sicheres Vorbeifahren an Hindernissen und parkenden Fahrzeugen; Gefahren auf dem Radweg erkennen

Fahrradbenutzung

Sicheres Anfahren und Anhalten; Abstand und Spur halten

Vorfahrt

Erlernen und beachten der Vorfahrtregeln

Abbiegen

Rechtzeitige und deutliche Handzeichen; Sicheres Rechts- und Linksabbiegen

Verkehrssicheres Fahrrad

Das gehört alles zur Ausstattung (Link).


Radfahren nach der Prüfung

Radfahren ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Sie gelangen damit schnell und zuverlässig an ihr Ziel. Fahrradfahren ist umweltfreundlich, relativ preiswert und trägt zu Fitness und Gesundheit bei. Aber Radfahren ist bei den elf- und zwölfjährigen Kindern die häufigste Unfallursache im Straßenverkehr. Sie steigt direkt nach dem Ablegen der Prüfung sprunghaft an. Das überrascht erstmal. Verkehrssicherheitsexperten warnen jedoch davor, die Prüfung zu überschätzen. Wenn die Kinder diese gerade bestanden haben, sind sie noch lange keine vollwertigen Radfahrer. Da die Prüfung meistens im geschützten Raum in den Jugendverkehrsschulen durchgeführt wird, muss die Übertragung des Gelernten in den realen Straßenverkehr noch kräftig geübt werden.

Forderungen der Landesverkehrswacht

Zur Förderung der Verkehrssicherheit der Kinder sollte die Radfahrausbildung in Berlin in Klasse fünf und sechs fortgesetzt werden mit dem Fokus „Üben im realen Straßenraum“.

 

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